So finden KMU den richtigen Kanal für ihr Social-Media-Marketing

Facebook, Twitter, Instagram oder doch lieber Snapchat? Wer mit dem Social-Media-Marketing loslegen möchte, der hat die Qual der Wahl. Welcher Kanal spricht am besten potenzielle Kunden an und welches Netzwerk verheißt den größten Erfolg? Mit unserem Artikel möchten wir Ihnen einen Leitfaden an die Hand geben, mit dem kleine und mittelständische Unternehmen herausfinden können, welche sozialen Netzwerke am besten zu ihrem Unternehmen, ihren Kunden und zu ihren Zielen passen.

Doch bevor Sie loslegen, sollten Sie noch eine Sache bedenken: Es macht mehr Sinn nur einige wenige soziale Netzwerke intensiv zu nutzen als auf allen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen. Denn insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen muss darauf geachtet werden, dass Aufwand, Budget und Erfolg in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen. Denken Sie zum Beispiel an den kleinen Handwerksfamilienbetrieb. Dieser kann es sich nicht wie große Firmen leisten, jemanden Vollzeit mit dem Social-Media-Marketing zu beauftragen. Deshalb ist es ratsam, dass sich KMU auf ein bis zwei soziale Netzwerke beschränken und zwar die, die für sie am sinnvollsten sind.

Um herauszufinden, welcher Social-Media-Kanal der richtige ist, sollten sich KMU diese drei grundlegenden Fragen stellen:

1. Was möchten Sie mit Ihren Social-Media-Aktivitäten erreichen?

Bevor Sie ein Netzwerk auswählen, sollten Sie sich zunächst überlegen, welche Ziele Sie mit Ihren Social-Media-Aktivitäten verfolgen. Ob Kundenakquise, Kundenservice, Werbung oder Marktforschung – mit den verschiedenen Netzwerken können unterschiedliche Zwecke erfüllt werden. Wählen Sie also das Netzwerk aus, mit denen Sie Ihre Ziele am besten erreichen können.

Insbesondere der Kundenservice über Social Media gewinnt in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung. Kunden möchten dort mit Unternehmen Kontakt aufnehmen, wo sie sich ohnehin aufhalten: in den sozialen Netzwerken. Nutzen Sie als Unternehmen diese Chance und bieten Sie Ihren Kunden sowie interessierten Nutzern die Möglichkeit, Sie via Social Media zu kontaktieren. Dabei sollte es selbstverständlich sein, dass Anfragen über soziale Netzwerk genauso kompetent und schnell beantwortet werden wie Anfragen, die per Telefon oder E-Mail gestellt werden.

2. Auf welcher Plattform können Sie Ihre Zielgruppe erreichen?

Eine große Bedeutung bei der Auswahl des passenden Netzwerkes spielt die Frage, ob die eigene Zielgruppe auf der jeweiligen Plattform vertreten ist. Dafür ist es selbstverständlich wichtig, dass Sie Ihre Zielgruppe möglichst genau kennen. Es lohnt sich nur Zeit, Arbeit und Geld in ein Netzwerk zu stecken, wenn Sie darüber auch potenzielle Kunden erreichen können. So ist zum Beispiel Snapchat ideal, wenn Sie eine Zielgruppe ansprechen möchten, die jünger als 20 Jahre alt ist. Eine Zielgruppe Ü-40 suchen Sie hier jedoch bislang vergeblich.

Sie haben keine Ahnung, welche Netzwerke Ihre Zielgruppe nutzt? Dann fragen Sie doch bei Gelegenheit Ihre Stammkunden, wo sie im sozialen World Wide Web anzutreffen sind und über welchen Kanal sie gerne mit Ihnen in Kontakt treten würden. Denken Sie immer daran: Niemand wird einem sozialen Netzwerk beitreten, nur um Ihrem Unternehmen zu folgen. Sie müssen die Netzwerke finden, die Ihre Zielgruppe nutzt.

3. Welche Eigenschaften der Netzwerke sind für Ihr Unternehmen wichtig?

Jedes Netzwerk hat unterschiedliche Eigenschaften und kann dadurch für Ihr Unternehmen verschiedene Vorteile bieten. Um die optimale Plattform für Ihr Unternehmen auswählen zu können, sollten Sie die Charakteristika der unterschiedlichen Kanäle kennen.

Welche Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten bietet das Netzwerk?

Grundsätzlich können zwei verschiedene Arten der Kommunikation und Interaktion in sozialen Netzwerken unterschieden werden. Zum einen die öffentliche Kommunikation und Interaktion und zum anderen die Kommunikation via privater Nachricht. Eine private Kontaktmöglichkeit ist insbesondere dann relevant, wenn die soziale Plattform als Servicekanal genutzt werden soll. Denn nicht alle Themen möchten von Ihren Kunden öffentlich besprochen werden, zum Beispiel, wenn es um vertragliche Dinge, Termine oder persönliche Angelegenheiten geht.

Wie groß ist die Aufmerksamkeit und die Konkurrenz?

Eine wichtige Frage ist auch, wie viel Aufmerksamkeit Ihre Beiträge bekommen und wie hoch die Konkurrenz ist. Bei Facebook beispielsweise werden die Posts im Newsfeed nicht chronologisch angezeigt, sondern anhand eines Algorithmus nach Relevanz sortiert. Ihr Beitrag muss mit vielen anderen Beiträgen um die Aufmerksamkeit der User buhlen.

Können Links verwendet werden?

Das Posten von Links ist vor allem dann interessant, wenn Sie potenzielle Kunden durch Ihre Social-Media-Aktivitäten auf Ihre Firmenhomepage oder in Ihren Online-Shop locken möchten. Vorteilhaft ist es, wenn zum Link eine Vorschau angezeigt wird – so gewinnt der Nutzer schon vorab einen Eindruck, was ihn erwartet, wenn er auf den Link klickt. Bei Instagram beispielsweise können keine Links unter die Bilder gesetzt werden. Interessiert sich ein User für Ihr Produkt, muss er den Umweg über Ihr Profil gehen, um auf Ihre Seite zu finden. Bei Facebook dagegen können Links mit einer Vorschau in die Beiträge eingefügt werden.

Kann man über das soziale Netzwerk etwas verkaufen?

Das Ziel Ihrer Social-Media-Aktivitäten ist es, Ihre Produkte an den Mann zu bringen? Dann sollten Sie bei der Wahl Ihrer Social-Media-Plattform ganz genau hinschauen, denn nicht jede Plattform bietet das gleiche Verkaufspotenzial. Wichtig ist, dass der Nutzer bei Interesse am beworbenen Produkt schnell auf Ihre Seite oder in Ihren Shop gelangen kann. Hier spielt die Möglichkeit, Links zu setzen, eine große Rolle. Mit dem Shop-now-Button für Werbeanzeigen bietet Facebook auch eine interessante Möglichkeit, Kunden in den Online-Shop zu locken. Denken Sie bei der Auswahl der Netzwerke auch daran, dass nicht alle Inhalte auf jeder Plattform funktionieren. So lässt sich zum Beispiel auf Instagram oder Pinterest alles gut bewerben, was in schönen Bildern dargestellt werden kann. Wer hier Fernsehkabel oder Paketklebebänder bewerben will, der wird sich sicherlich schwer tun. Wer seine Dienstleistungen oder Produkte an einem bestimmten Ort anbietet, für den empfiehlt sich Facebook oder Pinterest, weil hier Orte markiert werden können.

Welche Inhalte werden benötigt?

Ob Texte, Fotos oder Videos – je nach Netzwerk können unterschiedliche Content-Arten gepostet werden. Überlegen Sie sich deshalb genau, welche Inhalte Sie selbst produzieren können. Zum Beispiel macht die Nutzung von Instagram oder Pinterest nur dann Sinn, wenn Sie Ihre Arbeit in hochwertigen Bildern präsentieren können.

Die fünf beliebtesten sozialen Netzwerke und Messenger im Überblick:

Facebook:

Facebook ist der Allrounder unter den sozialen Netzwerken und hat dazu noch weltweit die meisten User. Längst ist Facebook zu einem Ort geworden, an dem alle Altersklassen anzutreffen sind. Ob Kundenservice, Neukundengewinnung, Informationsvermittlung oder Marktforschung – Facebook erfüllt für fast jedes Unternehmen den richtigen Zweck. Verbreitet werden können sowohl Texte als auch Bilder, Videos und Links. Nutzer können mit Unternehmen sowohl öffentlich als auch via privater Nachricht kommunizieren. Der große Nachteil an Facebook? Die Konkurrenz ist sehr hoch und Ihre Beiträge erhalten im Newsfeed der Nutzer oftmals nur eine geringe Aufmerksamkeit. Besonders empfehlenswert ist Facebook für lokale Unternehmen, wie zum Beispiel Restaurants, Cafés und Geschäfte.

Instagram:

Wer im Bereich Mode, Beauty oder Reisen tätig ist, der sollte sich mit Instagram näher beschäftigen. Denn Instagram ist für alle ideal, die Ihre Produkte in schönen Bildern darstellen können. So kann dieses soziale Netzwerk, das mittlerweile zu Facebook gehört, besonders gut für Werbezwecke genutzt werden. Der große Nachteil: Ein Link zur Website oder zum Online-Shop kann nur im Profil untergebracht werden oder wenn man bezahlte Werbung nutzt. Links unter den Bildern sind bislang nicht möglich.

Pinterest:

Pin it! Das gilt für alle, die insbesondere im Bereich Mode, Beauty, Lifestyle, Design, Food etc. unterwegs sind und für ihre Produkte und Leistungen Werbung machen möchten. Unter die Pins kann ein Text gepostet werden, in dem unter anderem auch der Link zur entsprechenden Website angegeben werden kann. Neben öffentlichen Interaktionen wie dem Pinnen und Liken von Pins ist auch das Versenden privater Nachrichten möglich. Für das Erstellen von Pins werden hochwertige Bilder und Videos benötigt.

Twitter:

Der Nachrichtendienst Twitter ist vor allem für die Vermittlung von Informationen interessant, kann aber auch zur Kundenakquise und für Werbung genutzt werden. Sowohl das Posten öffentlicher Tweets inklusive Links und Bildern als auch das Versenden privater Nachrichten ist auf Twitter möglich. Genauso wie bei Facebook ist die Konkurrenz aber sehr hoch und die Aufmerksamkeit der User eher gering. Aufgrund seiner Eigenschaften ist Twitter besonders für aktuelle Nachrichten interessant.

Snapchat:

Bislang wird Snapchat in Deutschland noch eher selten für das Marketing von Unternehmen genutzt. Doch Unternehmen in den USA machen vor, wie es funktioniert. Der große Vorteil bei Snapchat ist, dass die Aufmerksamkeit der Nutzer sehr hoch ist, da gesendete Bilder nach kurzer Zeit wieder verschwinden. So viel Aufmerksamkeit bekommen Ihre Bilder und Videos in keinem anderen sozialen Netzwerk. Das Schwierige bei Snapchat ist es, an Fans zu gelangen, da diese das Unternehmen aktiv hinzufügen müssen. Um Follower zu gewinnen, kann es deshalb hilfreich sein, auf anderen sozialen Netzwerken auf den neuen Snapchat-Account aufmerksam zu machen. Wer nur für einen Social-Media-Kanal Zeit hat, der sollte sich nicht für Snapchat entscheiden.

WhatsApp:

Beim Messenger WhatsApp stehen Service und Informationsvermittlung ganz klar im Vordergrund: Eine direkte und private Kommunikation mit einzelnen Usern wird ermöglicht. Sowohl Textnachrichten als auch Bilder und Videos mit geringer Dateigröße können gezielt an einzelne Nutzer versendet werden, dadurch ist die Aufmerksamkeit der Nutzer sehr hoch. WhatsApp ist daher für alle perfekt, die einen kundennahen Service bieten möchten.

Fazit:

Mit einem Facebook-Profil liegen derzeit die wenigsten kleinen und mittelständischen Unternehmen falsch. Doch es kann durchaus sein, dass andere soziale Plattformen bessere Chancen für das Social-Media-Marketing Ihres Unternehmen bieten. Bedenken Sie auch immer, dass die Entscheidung für ein bestimmtes Netzwerk nicht für die Ewigkeit sein muss. Denn die Social-Media-Plattformen sind im ständigen Wandel. Sollten Sie merken, dass ein bestimmtes Netzwerk nicht den gewünschten Erfolg bringt oder Ihre Zielgruppe auf andere Plattformen abwandert, dann sollten Sie Ihr Social-Media-Marketing daran anpassen und auf anderen Kanälen Ihr Glück versuchen.


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